ÜBER DIE STUNDE HINAUS

„Die Worte müssten eben nur das ausdrücken, was man sagen will.
Sie müssten in der Lage sein, ein Bild der Welt zu malen, so wie sie ist“

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© Johanna Louise Witt

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© Johanna Louise Witt

Wie kann man über etwas sprechen, dessen Kern in der Sprachlosigkeit liegt? Darf man das überhaupt oder muss man es nicht vielleicht sogar? Peter Handkes Stück „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“, welches Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper 2015 am Thalia Theater inszeniert haben, besteht ausschließlich aus Regieanweisungen und ist überdies hinaus gänzlich sprachlos. „Über die Stunde hinaus“, eine Theaterperformance, die in Zusammenarbeit mit dem Autor Christian Winkler, dem Regiekollegen Giacomo Veronesi sowie den Schauspielern Marina Galic und Björn Meyer entstanden ist, verarbeitet nun die Erfahrungen mit ebendieser Sprachlosigkeit. Gleichzeitig werden die Entwürfe von Gesellschaft, welche die Inszenierung von Ojasoo und Semper anbietet, hinterfragt. Das Prinzip, welches dabei immer wieder die Untersuchung der Grenzen zwischen Realität/Spiel und Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft ermöglicht, ist der Versuch. Der Versuch, der sich auch angesichts des Risikos zu Scheitern immer wieder aufrafft, um doch noch die richtigen Worte zu finden.

 

Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Premiere: 04.10.2015
Thalia Theater Hamburg, Nachtasyl
Premiere: 14.11.2015
TEXT Christian Winkler
REGIE Giacomo Veronesi, Johanna Louise Witt
DRAMATURGIE Sandra Küpper
AUSSTATTUNG Nursel Kilinc, Imke Ludwig
VIDEO Leon Daniel
MIT Marina Galic, Björn Meyer